Was ist semiprofessionelles Webdesign wert?

veröffentlicht von am 04.05.2010 um 18:35 | keine Kommentare

Das Thema Preisdumping im Webdesign wurde bereits häufig kontrovers diskutiert. Der typische professionelle Webentwickler ist vermutlich der Meinung, dass vernünftiges Webdesign nicht 700€ kosten kann, wie beispielsweise Jürgen Liechtenecker es in seinem Artikel zum Thema ausdrückt. Die Gründe hierfür leuchten ein. Schließlich liegen hinter einer Website viele Stunden Arbeit, sowohl was die Konzeption als auch die Umsetzung selbiger betrifft. Gerade wer vom Webdesign lebt ist gezwungen, angemessene Preise festzulegen, um in der Lage zu sein, ein gutes Resultat zu erzielen.

Klar, all dies steht meines Erachtens außer Frage. Meine Beweggründe für diesen Artikel rühren aber daher, dass ich als zu diesem Zeitpunkt 17-jähriger Webdesigner im Entwicklungsprozess unsicher bin, auf welche Weise ich mich erfolgreich und dem Markt gegenüber fair weiterbilden kann. Auf der einen Seite sehe ich ein, dass ich eigentlich keine kommerziellen Projekte annehmen sollte, da die von mir gelieferte Arbeit zwar nicht schlecht, aber eben auch noch nicht professionell ist. Auf der anderen Seite bleibt mir aber gar nichts anderes übrig, als dies trotzdem zu tun. Um die Prozesse besser kennenzulernen, die zu einem guten Webauftritt führen, muss ich ja zwangsläufig erste Schritte im kommerziellen Bereich machen.

Aus diesem Grunde habe ich in der Vergangenheit schon kleinere kommerzielle Projekte angenommen und umgesetzt. Nicht um das große Geld zu machen, sondern um zu lernen. Bei der Preisfrage sah ich mich aber jedes Mal zwischen zwei Fronten hin- und hergerissen. Zum einen der Kunde, der verständlicherweise alles so günstig wie möglich haben will und genau deswegen einen Schüler und keinen Profi engagierte, und zum anderen eben die Menschen, die wirklich ihr Geld mit dieser Tätigkeit verdienen. Ersteren kann ich die Arbeit natürlich angesichts meiner (erfahrungs-)technischen “Mängel” nicht zu dem Preise verkaufen, die bei einem Profi völlig angemessen wären. Letzteren dünne ich gemeinsam mit vielen anderen durch niedrige Preise die Auftragslage aus.

Was haltet ihr also davon? Sollte man als Nicht-Profi die Finger komplett von kommerziellen Projekten lassen, sollte man für seine semiprofessionelle Arbeit einen “professionellen Preis” verlangen oder geht ein niedriger Preis schon in Ordnung, solange man ernsthaft besser werden will? Ich bin gespannt, was ihr dazu zu schreiben habt.